Und plötzlich war alles anders

Prolog


Ich spürte wie der Wind durch mein Haar streifte und wie mit jedem Meter den ich ihn näher kam die Last von meinen Schultern viel. Es war fast wie von einem Marathonläufer der sein Ziel nach stundenlanger Qual erreichte. Auch wenn diese Qual über Monate hinweg dauerte und ich manchmal zweifelte ob es die richtige Entscheidung war, wusste ich in meinen tiefsten inneren das es richtig ist. Es war das einzig richtige um meinen Frieden wieder zu finden. Im Radio lief ein Lied, welches ich früher gerne hörte, doch mit diesen Lied waren so viel schmerzhafte, als auch schöne Erinnerungen verbunden, sodass ich entschloss das Radio auszumachen. Ich spürte die prüfenden Blicke meiner Mutter auf mir ruhen und schaute aus den Fenster. Die stille war mir ein bekanntes Gefühl. In den letzten Monaten war ich wie in Watte eingepackt, noch immer hatte ich das Gefühl das die Watte mich umgab, doch sie verschwand langsam, wie der Nebel auf einer alten Landstraße. Noch vor einen Jahr war ich ein glückliches Mädchen gewesen, welches unbeschwert das leben genießen konnte, doch nun hatte sich das Blatt gewendet wie in einen schlechten Buch, wo plötzlich das ach so perfekte leben in ein schwarzes Loch fällt, ganz unbewusst und hilflos. Äußerlich ging es mir inzwischen wieder gut doch tief in meinen inneren schlummerte irgendwo noch dieses Gefühl. Das Gefühl der Machtlosigkeit. Ich strich sacht über mein arm und spürte wie Tränen in mir aufstiegen. Er hatte mich zu einer Blutsüchtigen gemacht, denn das Gefühl, wenn ich die klinge auf mein arm setzte und mich selbst verletzte, befreite mich von all der Scham und Angst. Es befreite meine Seele und erleichterte mich. Ich wusste sehr wohl, dass es falsch war und, dass meine Eltern besorgt waren, doch ich bin der festen Überzeugung, dass nach diesem Prozess alles besser werden würde. Mein Vater hielt langsam an und wir waren da, an den Ort, wo sich so viel entschied, wo ich meine Geschichte nochmals erzählen muss unter seinen Augen. Ein Kloß stieg in meinen Hals auf und es war als könnte ich keine Luft mehr bekommen, aber ich muss jetzt stark sein. Ich werde ihn nicht zeigen wie viel Angst in mir steckte. Ich werde ihm nie mehr das Gefühl der Macht über mich geben. Mein Herz fing an schneller zu schlagen, als ich ihn sah. Mich traf es wie ein Blitzschlag. Ich starrte aus meinem Fenster und hatte das Gefühl ohnmächtig zu werden. Er schaute in meine Richtung und unsere Blicke trafen sich. Es ließ mir das Blut in den Adern erfrieren. Ich hatte das Gefühl das sich Wolken vor die Sonne schoben und das sich alles verdunkelte. Die wachen brachten ihn hinein in das Gerichtsgebäude und ich erholte mich langsam wieder. Julia öffnete mir die Tür und ich umarmte sie. Ich wusste nun das jetzt der Augenblick gekommen war, der Augenblick auf denn ich monatelang wartete.

6.1.13 21:24

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